Viele Autofahrer sind sich unsicher, ob ein Diesel oder Benzin besser für die eigenen Bedürfnisse geeignet ist. Dieselfahrzeuge waren über einen langen Zeitraum besonders gut für Fahrer geeignet, die regelmäßig eine lange Strecke zurücklegen müssen und nur wenig im Stadtverkehr fahren.

Wann lohnt sich ein Diesel?

Die Diskussion, ob ein Benziner oder Diesel besser geeignet ist, steht immer dann an, wenn der Kauf eines neuen Fahrzeuges geplant ist. Ein Benziner bietet den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu einem Diesel beim Warten an Ampeln, Bahnschranken oder Kreuzungen oder bei einem ständigen Anfahren und Abbremsen besser geeignet ist.

Das bedeutet, dass sie bei niedertourigen Fahrten bevorzugt gekauft werden sollten. Aber lohnt sich ein Diesel noch? Diesel sind auch heute noch wesentlich günstiger wie ein Benziner. Zusätzlich verbrauchen Diesel Motoren wesentlich weniger Kraftstoff. Aus diesem Grund lohnt sich ein Diesel immer noch.

Diesel vs Benzin

Hierbei sollte aber geachtet werden, dass Benziner immer spritsparender werden. Dadurch stößt ein Diesel Fahrzeug schnell an seine Grenzen. In der Vergangenheit galt die Faustregel: Die Anschaffung eines Diesels lohnt sich bereits ab einer jährlichen Laufleistung ab 15.000 Kilometer.

Der geringe Verbrauch zusammen mit dem niedrigen Spritpreis rechnet sich gegen die höheren Steuern und dem höheren Anschaffungspreis. Insgesamt sollten für einen Vergleich besondere Kriterien beachtet werden wie zum Beispiel der Verbrauch, die Kosten für die Anschaffung, Wirtschaftlichkeit, Kosten für die Kfz-Versicherung und Kfz Steuer und die jährliche Laufleistung bzw. das Fahrverhalten des Fahrers bei Benziner oder Diesel.

Die Beliebtheit des Dieselmotors ist vor allem ein europäisches Phänomen. Bis zu drei Prozent weniger Dieselfahrer sind in den USA unterwegs.

Kraftstoffpreise für Diesel oder Benzin

In den letzten Jahren war der Diesel günstiger als Benzin. Ein großzügiger Steuervorteil hat dazu beigetragen. Das ist besonders in der EU der Fall. Weltweit fristet ein Diesel eher ein Schattendasein, da er keinen finanziellen Vorteil bietet. Die Differenz betrug seit ca. 10 Jahren rund 7 Cent bis höchstens 22 Cent.

Die Tendenz scheint eher eine weiterer Annäherung zu sein. Im Bereich des Kraftstoffpreises bleibt der Vorteil zur Zeit noch beim Diesel. Vorausgesetzt, dass der Steuervorteil weiterhin erhalten bleibt.

Verbesserte Technik bei Benzin oder Diesel

Der Verbrauchsvorteil von Diesel lag noch vor fünf Jahren bei circa 30%. Zur Zeit liegt der Vorteil noch rund bei 20 bis 25%. Voraussichtlich wird er bis 2020 bei weniger als 20% sein. In Zukunft wird sich auch die Technik der Benzinmotoren noch weiter verbessern.

Der Fortschritt der bereits ausgereizten Dieselmotoren können nur noch in Grenzen ausgebaut werden. Ein weiteres Problem ist die Abgasreinigung des Dieselmotors. Darunter leidet unter anderem der Verbrauch. Das wird durch Partikelfilter und andere Maßnahme der Abgasreinigung erhöht.

Amortisiert Diesel oder Benzin?

Bis jetzt war die 15.000 km Grenze gültig. In Zukunft wird sich ein Diesel bereits ab 10.000 km pro Jahr lohnen. Wer heute bereits einen Diesel besitzt und im Jahr mehr als 20.000 Kilometer gefahren werden, ist es bis 2020 auch weiterhin möglich, mit einem Diesel günstiger zu fahren.

Anschaffungskosten für einen Benziner

Ein Diesel in der Anschaffung immer etwas teurer als ein Benziner. Der Motor muss aber auch einem wesentlich höheren Druck Standhalten. Die hochwertigen und aufwendigen Motoren sind auch in der Herstellung wesentlich teurer. Durch die Norm Euro 6 werden in Zukunft weitere Kosten hinzukommen.

Aufgrund der Norm wird ein Zusatzsystem notwendig. Dadurch ist es möglich, den Stickoxid Ausstoß weiter zu verringern. Die Systeme den werden eine positive Auswirkung auf den Verbrauch des Kraftstoffs haben.

Wirtschaftlichkeit: Diesel vs Benzin

Kosten und Verbrauch pro Liter sind um einiges geringer, so dass genau berechnet werden kann, ab wann sich der Kauf eines Diesels lohnt. In vielen Fällen lohnt sich der Kauf ab 15.000 Kilometer pro Jahr. Gebrauchte Dieselfahrzeuge haben sich in der Vergangenheit wesentlich besser verkauft, als ein Benziner. Hauptargument bei Benzin oder Diesel war der Preis.

Früher war auch die lange Haltbarkeit eines Dieselmotors ein wichtiges Kaufargument. Ein Dieselmotor war eher etwas schwächer, dafür aber sehr einfach und robust verbaut. Er hielt wesentlich länger als bei einem Benziner. Die komplexen Selbstzünder laufen meistens wie ein Benziner circa 200.000 Kilometer.

Unterschiede im Versicherungsbereich

Für einen Benziner ist eine Kfz-Versicherung deutlich günstiger. In Deutschland ist eine Kfz Haftpflicht für jeden Halter eines Diesel oder Benzin Fahrzeugs gesetzlich vorgeschrieben. Weil die Fahrzeuge mit einem Dieselmotor in der Regel pro Jahr wesentlich mehr Kilometer zurücklegen, ist dementsprechend die Gefahr für einen Unfall höher.

Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat Anfang 2018 entschieden, dass generell ein Fahrverbot für die Reduzierung der Stickoxidemissione in Städten zulässig ist. In Deutschland werden in 70 Städten die EU Grenzwerte von Stickstoffoxid tatsächlich überschritten. In diesen Städten ist ein Fahrverbot notwendig. In Zukunft ist die Umrüstung von allen Dieseln möglich.

KFZ Steuer bei Benziner oder Diesel

Auch bei der KFZ Steuer stellt sich bei Benziner und Diesel die Frage: Was ist günstiger? Benzin oder Diesel? Seit dem 01.07.2014 ist für die Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer die Bundesfinanzverwaltung zuständig. Wenn ein neues Fahrzeug angeschafft werden soll, dann sind die Emissionswerte eines Fahrzeugs sehr wichtig.

Seit dem 01.01.2012 ist die CO2 Abgabe ausschlaggebend. Ab 2014 gilt für alle neu zugelassenen Fahrzeug der CO2 Grenzwert von 95 g/ km. Für alle Fahrzeuge, die einen höheren CO2 Wert haben, wird eine Strafsteuer erhoben. Jedes Gramm CO2 wird eine Steuer von 2 Euro pro Jahr erhoben.

Fazit: Wann lohnt sich ein Diesel?

Bei den Kleinwagen ist ein Diesel gar nicht mehr so beliebt. Gerade bei kurzen Strecken im Stadtverkehr kann ein Diesel seine Vorzüge gar nicht ausspielen. Bei einem Ober- oder Mittelklassewagen sieht es ganz anders aus. Hier kann ein Diesel weiterhin punkten.

Sollte die Subvention für einen Diesel entfallen und die Abgas Grenzwerte noch weiter verschärft werden, dann muss neu kalkuliert werden. Wenn man sich die Vor- und Nachteile von Diesel und Benziner genauer ansieht, dann gibt es keinen wirklichen Sieger.

Während Benziner Kleinwagen immer noch für kurze Strecken am besten geeignet sind, sind Diesel Fahrzeuge ab 15.000 Kilometer pro Jahr genau richtig. Eine Alternative zu Benzin oder Diesel sind Hybridfahrzeuge.